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Quartalsobjekt

Innerhalb der Dauerausstellung gibt es eine Vitrine, in der wechselnde Objekte aus der Sammlung des Heimatpflegevereins zur Schau gestellt werden, das sogenannte Quartalsobjekt.

Aktuelles Quartalsobjekt:

Votivbild aus der ehemaligen Tannenhärtle-Wallfahrtskapelle

Besitz: Heimatpflegeverein

Vor etlichen Jahren erhielt Herr Egon Eberle, damals Vorsitzender unseres Illertisser Heimatvereins, vom Inhaber eines Auktionshauses die Nachricht, dass eine Bildtafel aus der Illertisser Gegend zu versteigern sei, die die Jahreszahl 1838 erkennen ließ. Herr Eberle fuhr zur Auktion hin und konnte das Bild ersteigern.

Es ist ein ca. 50 auf 70 cm großes auf Holz in Öl gemaltes Votivbild mit der Jahreszahl 1699      und stammt wohl aus der ehemaligen Wallfahrtskapelle zu den 14 Nothelfern an der Landstraße zwischen Illertissen und Obenhausen.

Manhalter Tannenhärtle Votivtafel Bild Text 20200703.2

Die Farbe des Bildes ist an einigen Stellen abgeblättert, so dass nicht mehr alle Einzelheiten zu erkennen sind.

Der obere Teil der Votivtafel zeigt ein viereckiges Feld mit blauem Hintergrund, auf der sich die 14 Nothelfer um Maria mit dem Jesuskind gruppieren. Dieses Bild wird von 2 großen und einem kleinen Engel getragen.

Im mittleren Teil des Votivbildes kann man bruchstückhaft einen Text erkennen, der die Worte enthält: 

Tannen … broch …und 1838 … übertragen worden.

Darunter ist eine Burg zu erkennen, die sich über einer hohen Mauer erhebt, vermutlich das Illertisser Schloss mit der östlichen Stützmauer, aus der Sicht vom Tannenhärtle.

Die untere Hälfte des Votivbildes zeigt ein Gebäude. Davor knien ein Mann und eine Frau, die Hände zum Gebet gefaltet. Vor ihnen liegen auf dem Boden zwei gewickelte Kinder mit den Namen Michael und Frantz. Es handelt sich wohl um ein Ehepaar und ihre beiden Kinder.

Hinter den Personen steht ein großer Engel (Schutzengel ?), der mit dem Finger nach oben zeigt auf das Bild mit den 14 Nothelfern.

Links unten in der Ecke der Votivtafel steht folgender Text auf weißem Grund:

Gott und der Himels Königin Jungfrau Maria auch den 4 zehen Nothhelfern  ….. lob und ehr hab ich Baltes Schmitt Wirth von Jedesheim die Daffel alhir…(verehrth ?)…und malen lassen

Daneben auf dunklem Grund kann man noch erkennen:

1699   (wurde?)   …………….. 

Herr Ralph Manhalter schreibt dazu:

Die imposant große Votivtafel stammt aus dem Jahr 1699 und befand sich bis zu deren Abriss in der Wallfahrtskirche im Tannenhärtle. Sie zeigt eine Szene, in der ein Elternpaar um die Gesundung zweier erkrankter Kinder bittet. Im Hintergrund erscheint die Kapelle zu den Vierzehn Nothelfern im Tannenhärtle vor dem Illertisser Vöhlinschloss. Die Inschrift bezeugt, sofern noch zu entschlüsseln, dass es sich bei den Flehenden um den Wirt Balthes Schmitt von Jedesheim, wohl zusammen mit seiner Ehefrau, handelt.

Tatsächlich befand sich gemäß der Ortschronik von Valentin Mayer in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Familie Schmid (Schmitt) auf der Jedesheimer Kronenwirtschaft.

T. Lindinger

 

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