Jahresausflug nach Lindenberg i.A. und Wangen
am 30. März 2019
Von Therese Brock
Am 30.03.2019 machten sich 28 Mitglieder und Freunde des Heimatpflegevereins auf den Weg nach Lindenberg. Das erste Ziel war das Hutmuseum in Lindenberg. Bei der Führung erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte der Hutindustrie. Im Jahre 1755 begann die Hutproduktion. Es gab zu den Spitzenzeiten 34 Huthersteller, die 8 Millionen Strohhüte im Jahr herstellten. Lindenberg war das Zentrum der deutschen Herrenstrohhutindustrie. In den 60er und 70er Jahren kamen Hüte aus der Mode. Fast alle Firmen in Lindenberg mussten ihre Produktion einstellen, bis auf die Firma Mayser GmbH & Co. KG. Im preisgekrönten Museum werden viele Maschinen und Geräte, die zur Hutherstellung notwendig waren, ausgestellt. 2015 erhielt das Museum den Bayerischen Museumspreis. Unzählige Hüte aus den vergangenen Jahrhunderten, darunter auch Hüte berühmter Träger, wie Papst Benedikt, Winston Churchill oder Udo Lindenberg, sind zu sehen.
Nach dem Museumsbesuch stand die Besichtigung der Stadtpfarrkirche St. Petrus und Paulus an, eine sehr große Kirche mit 1.200 Sitz- und 1.800 Stehplätzen. Der Bau war durch den großen Bevölkerungszuwachs durch die florierende Strohhutproduktion erforderlich. Die Kirche wird auch der Dom des Westallgäus genannt. Mit dem Bau des ausgefallenen Bauwerks wurde 1912 begonnen.
Der neubarocke Kirchenbau beeindruckt von außen durch die beiden Türme mit den konvex ausschwingenden Mittelteil. Um die Kirche herum verläuft eine tonnengewölbte Umgangshalle. Das Deckenfresko im Innern, komponiert von Paul Keck ist 23 m lang und wurde erst bei einer Renovierung in den 60er Jahren ausgeführt. Es zeigt Stationen aus dem Leben von Petrus und Paulus. Die Kanzel beeindruckt mit einer Figur von Christus als Sämann mit einem Strohhut. Über dem Eingang befindet sich eine sehr imposante Orgel, der größten im Allgäuer Oberland. Das hervorragende Geläut mit insgesamt 7 Glocken zählt zu den besten Süddeutschlands.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen fuhren wir bei herrlichem Frühjahrswetter weiter nach Wangen mit seiner prächtigen Altstadt. Bei unserer Führung erfuhren wir viel über die 1200 Jahre alten Stadtgeschichte. Besonders beeindruckend waren die österlich geschmückten Brunnen.
Ihre Entstehung geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Brunnen dienten zur Wasserversorgung. Sie bestehen aus Stein oder Gusseisen und mussten mehrfach im Laufe der Jahrhunderte den Standort ändern. Den Abschluss bildete eine Einkehr in eine der zahlreichen Gaststätten der Altstadt.
