Halbtagesausflug nach Ichenhausen und Wettenhausen
am 20. September 2019
Von Therese Brock
Bei schönem Wetter machten sich 25 Mitglieder und Freunde des Vereins auf den Weg nach Ichenhausen.
Ichenhausen war ein reichsritterschaftlicher Ort mit zwei freiherrlich v. Stainschen Schlössern, von denen das Untere Schloss unter Franz Marquard von Stain im Jahre 1698 von einem Vorarlberger Baumeister repräsentativ neu erbaut worden ist, ab 1860 Gemeindebesitz, seit 1984 revitalisiert als Bayerisches Schulmuseum.
Vor dem Museum erwartete uns Frau Hildensperger zu unserer Führung durch das Haus. Ihre Ausführungen über das Lehren und Lernen begannen in der Steinzeit. Der Älteste war in der Regel auch der Gelehrteste, er hatte das meiste Wissen. Von der Entwicklung der Werkzeuge, über die Benennung dieser mit Bildzeichen bis hin zur Entstehung der Schrift spannte sich der Bogen. In der mittelalterlichen Schreibstube fanden wir unterschiedliche Materialien zum Schreiben. Ein ausgestellter Rechenschieber oder der berühmte Setzkasten brachten uns die eigene Schulzeit in Erinnerung.
Beeindruckend auch das bekannte Modell von Adam Riese zu den Grund-rechenarten. Durch die Erfindung des Buchdruckes von Johannes Gutenberg wurde Bildung für die Allgemeinheit erschwinglich. Die Schule im Dritten Reich für nationalsozialistische Ziele missbraucht. Den Abschluss der Ausstellung bildet das heutige Schulleben im modernen Computerzeitalter.
Anschließend fuhren wir weiter nach Wettenhausen. Dort wurden wir von Schwester Alberta vom dortigen Dominikanerinnenkonvent erwartet. Die legendäre Klostergründung durch Gertrud von Roggenstein datiert auf das Jahr 982. Das Augustinerchorherrenstift Wettenhausen ist durch Stiftungsbrief erst für 1136 belegt. Bis zur Säkularisation im Jahre 1802 war das 1566 reichsunmittelbar gewordene Kloster kultureller Mittelpunkt der vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau, und seine von 1670 bis 1687 von Michael Thumb aus Vorarlberg erbaute Kirche wurde ein Hauptwerk des Hochbarock in Schwaben zwischen Günz, Kammel und Mindel, in dem die Memoria ihrer Stifter und ihrer bedeutenden Äbte gefeiert wurde.
Im zweiten Obergeschoss des Klosters liegt über die volle Gebäudebreite und zwei Stockwerke der Kaisersaal. Er wurde von Abt Friedrich Vogel (reg. 1692-1704) im Jahre 1695 vollendet. Neben den Deckenbildern von Paul Etschmann zur Verherrlichung des Habsburger Kaiserhauses ist die Decke von einem üppigen, tiefen Akanthusstuck umgeben. Die Wirkung des Stuckes wird durch die kräftige Blaufassung des Deckengrundes verstärkt. Als Schöpfer wird Hans Jörg Brix genannt.
Den Abschluss der Fahrt bildete die Einkehr im Brauereigasthof in Autenried.
